Kreislauffähiges Design: Zwei Projekte aus Zürich

 

BEITRAG 04

Re-Use-Möbel stehen für Qualität, Langlebigkeit und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen. Zwei Projekte aus Zürich zeigen beispielhaft auf, wie kreislauffähiges Design in der Praxis bereits funktioniert und machen deutlich, dass Wiederverwendung definitiv auch Stil hat.

Warum wiederverwenden?

Die Herstellung neuer Möbel erfordert neue Rohstoffe, Energie und verursacht Emissionen entlang der gesamten Lieferkette. Wiederverwendete Möbel setzen genau hier an: Sie verlängern bestehende Nutzungszyklen, reduzieren Abfall und schonen natürliche Ressourcen. Darüber hinaus bringen viele dieser Stücke eine hochstehende handwerkliche Qualität mit: robuste Konstruktionen, hochwertige Materialien und zeitlose Gestaltung machen sie zu langlebigen Begleitern.


Drei Gründe für Re-Use-Möbel

  1. Ressourcenschonung: Bei der Wiederverwendung von Möbeln benötigt man keine oder wenige neue Materialien. Ihr Einsatz im Innenausbau senkt den ökologischen Fussabdruck eines Projekts spürbar und reduziert Energieverbrauch sowie Abfallmengen.

  2. Langlebigkeit: Viele ältere Möbel, insbesondere Designklassiker, wurden bereits für eine lange Nutzungsdauer konzipiert. Ihre Materialität und Verarbeitung ermöglichen Reparatur, Anpassung und Weiterverwendung über Jahrzehnte hinweg.

  3. Charakter: Gebrauchte Möbel bringen Spuren der Zeit mit. Sie verleihen Räumen Tiefe, schaffen Atmosphäre und unterstützen eine Gestaltung, die Haltung zeigt.

Inspiration aus Zürich

Mit dem Projekt ReCollection ZH initiierte der Kanton Zürich ein beispielhaftes Upcycling-Vorhaben im Bereich der Möblierung. Ausgangspunkt waren ausgediente Büromöbel, die durch veränderte Arbeitsweisen und Digitalisierung nicht mehr benötigt wurden.

Anstatt diese zu entsorgen, wurden vorhandene Materialien – darunter Plattenwerkstoffe und Stahlrohre – als Ressource für eine neue Möbelkollektion genutzt. Entstanden sind unter anderem Ein- und Zweisitzer, hochlehnige Sessel, Tische und Leuchten. Ergänzt wurden sie durch Restholz aus der Girsberger-Schreinerei, um die Materialeffizienz weiter zu erhöhen.

ReCollection

Die entwickelte Kollektion wurde in den kantonalen Beschaffungskatalog aufgenommen und wird heute wie neues Mobiliar eingesetzt. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie sich Bestandsmaterialien in funktionale und ästhetisch überzeugende Möbel übersetzen lassen.

Standort: Kanton Zürich, Schweiz
Projekt: Kanton Zürich, Baudirektion, Immobilienamt & Universität Zürich
Design: Björn Ischi, Designform, Lyss
Produktion: Girsberger

Impact Hub

Auch im Arbeitsalltag bewähren sich Re-Use-Möbel. Der Impact Hub Zürich zeigt, wie Second-Hand-Mobiliar sinnvoll und selbstverständlich in einem zeitgemässen Co-Working-Umfeld eingesetzt werden kann. Die Möbel erzählen ihre eigenen Geschichten und stehen zugleich für ein verantwortungsbewusstes Verständnis von Unternehmenspraxis.

Standort: Zürich, Schweiz


Re-Use als Teil ganzheitliches Designs

Beim Einsatz von Re-Use-Möbeln gehen gestalterische Entscheidungen dem Entwurf voraus. Der Anteil wiederverwendeter Ressourcen wird im Entwurfsprozess sorgfältig abgewogen und in Beziehung zu Qualität, Funktion und Wirkung gesetzt. Darauf folgt die Recherche sowie die kuratierte Auswahl, Einbindung und Kombination der Elemente.

Re-Use verstehen wir als Bestandteil eines ganzheitlichen, zirkulären Raumkonzepts und als fortlaufenden Prozess, der Anpassungen und Abweichungen zulässt. Möchten Sie Re-Use-Design gezielt in Ihr Projekt integrieren oder vorhandene Möbel neu denken? Gerne laden wir Sie zu einem unverbindlichen Erstgespräch ein, um mögliche Ansätze gemeinsam zu besprechen.

 

Quellenhinweis:
Die inhaltlichen Grundlagen dieses Beitrags basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen von folgenden Webseiten:
https://www.stadtuniversitaet.uzh.ch/de/aktuelles/2024/ReCollection.html und https://girsberger.com/de/loesungen/remanufacturing/referenzen/recollection-zh-1/

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Zirkularität zwischen Kennzahlen & Praxis

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